Schach in Umgangssprache

In der deutschen Umgangssprache finden sich viele Worte und Ausdrücke aus der Welt des Schachs - soviele wie wohl von keinem anderen Spiel und keiner anderen Sportart. In einer Zeit, als Medien noch im Grundsatz Geschriebenes waren, hatte Schach offensichtlich noch wesentlich mehr Bedeutung als im heutigen von Film und Ton geprägten Fernsehzeitalter.

Im Folgenden werden einige dieser Schachausdrücke in der deutschen Sprache aufgelistet, ohne allerdings den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben:

Schach:
So wie Schachspieler mit "Schach (dem König)" einen unmittelbarer Angriff auf den König kommentieren, wird in der deutschen Sprache das Wort auch im Sinne einer "Ankündigung eines Kampfes" gegen etwas verwendet: z.B. "Schach dem Herztod", "Schach der Langeweile".

Schachspieler können bei manchen verloren scheinenden Partien sich mit einem Dauerschach in ein Unentschieden retten. "(Den König) im Schach halten" wird auch in der Umgangssprache verwendet, allerdings in der Form "in Schach halten": z.B. der Räuber konnte die Angestellten mit einer Pistole in Schach halten.

Schachfiguren:
Schachfiguren sind völlig dem Willen der Spieler unterworfen. Dies wird auch sinnbildlich verwendet: "jemanden wie eine Schachfigur herumschieben".

schachmatt:
Mit "schachmatt" ist das Spiel aus. Der König ist bewegungsunfähig und kann sich nicht mehr schützen. Das wird auch in den Worten "jemanden schachmatt setzen" ausgedrückt. Aber auch als Beschreibung im Sinne von "unfähig zu einer Bewegung" wird "schachmatt" verwendet. z.B. "Er lag vollkommen schachmatt auf der Couch."

Schachzug:
Dass die Züge der Schachspieler im Allgemeinen gut überlegt sind, wird auch in der übertragenen Bedeutung ausgedrückt: z.B. "einen politischen Schachzug ausführen", "einem geplanten Schachzug zuvorkommen", "einen Schachzug planen", "jemandem ist ein kluger Schachzug eingefallen".

Schachbrett:
Zwei- oder mehrfärbige Muster mit regelmäßig angeordneten großen Quadraten werden als Schachbrettmuster bezeichnet.

Patt:
Im Gegensatz zum Schach, in dem im Normalfall nur ein Spieler im Patt ist, das heißt, nicht mehr ziehen kann, wird in der Umgangssprache eine Patt-Situation festgestellt, wenn sich zwei Seiten ebenbürtig sind und sich nicht eine durchsetzen kann. z.B. "Die Wahlen endeten in einer Patt-Situation."

Zug:
Gerade bei Verhandlungen werden immer wieder Ausdrücke aus der Welt des Schachs entlehnt. Da ist z.B. "eine Seite am Zuge".

Zugzwang:
Der Zwang, ziehen zu müssen, wird auch umgangssprachlich verwendet - auch wieder oft im Zusammenhang mit Verhandlungen: eine Seite gerät in Zugzwang.

Bauernopfer:
Wenn die Interessen einer Person oder einer Personengruppe unberücksichtigt bleiben, um andere Interessen zu erreichen, spricht man von "Bauernopfern" - so wie im Schachspiel manchmal ein Bauer geopfert wird, um eine stärkere Stellung zu erreichen.

Rochade:
Dieser markante Doppelzug des modernen Schachspiels hat ebenfalls Eingang in die deutsche Umgangssprache gefunden. Üblicherweise bezeichnet man mit Rochade einen Platzwechsel zum Beispiel von Mitarbeitern ("Personalrochade"), Autos ("die Autos rochieren"), etc.

Rösselsprung:
Der für Schach ganz signifikante Zug des Springers ist die Grundlage für spezielle Rätselaufgaben. Bei einer Rösselsprungrätsel sind Silben in Tabellenform gelistet. Durch Zusammenhängen von Silben in Abständen eines Springerzuges ergeben sich die gesuchten Lösungsworte (vergl. http://de.wikipedia.org/wiki/Rösselsprung);

Hängepartie:
Es gibt Turniere, bei denen Partien nach einer bestimmten Dauer abgebrochen und erst am nächsten Tag weitergespielt werden. Solche Partien werden als "Hängepartien" bezeichnet. In der Umgangssprache bezeichnet man Situationen, insbesonders Verhandlungen oder Diskussionen, bei denen es keinen Fortschritt gibt, als Hängepartien.

getürkt, ein Türke:
Wirklich faszinierend ist der - wenn auch nur naheliegende - Zusammenhang des Wortes "getürkt" mit Schach. Im Jahre 1769 baute Wolfgang von Kempelen einen angeblichen Schachroboter, eine Art Kommode mit Schachbrett und einem Schachspieler in einem türkischen Gewand. Kempelen behauptete, dass sein angeblicher Schachroboter eigenständig Schach spielen könne. In Wirklichkeit versteckte sich in der Kommode ein Spieler, welcher den Mechanismus bediente. Das Ganze war eben "getürkt". Trotz dieser List war der sogenannte Schachtürke (vergl. http://de.wikipedia.org/wiki/Schachtürke) mit Sicherheit eine Meisterleistung der damaligen Mechanikkunst.

Als "getürkt" wird etwas bezeichnet, das man einem Betrachter mit Betonung auf eine bestimmte Eigenschaft oder Funktion präsentiert, welches aber die angegebene Eigenschaft bzw. Funktion gar nicht hat (z.B. Computerprogramm, das Funktionen vortäuscht, oder einstudierte Szenen, die als zufällig entstehende Szenen "verkauft" werden). Daher ist der Zusammenhang zwischen diesem Wort und dem Schachtürken sehr naheliegend, wenn auch in keinster Weise erwiesen.

 

 


Informationen
Schachlokal: Eisengasse 19a
Obmann: Thomas Gsteu
Marktstr. 30, 6850 Dornbirn
Österreich
Tel.: 05572/201962
Jugendreferent:Horatiu Pilsan
Tel.:05572/32422
Seniorenreferent:Sigi Räuber
Tel.:0650/4406811
Trainerin: Julia Novkovic

Klubabende
jeweils montags:
16:30 Uhr für Schüler
18:00 Uhr für Fortgeschrittene
19:30 Uhr für Erwachsene
(nur an Schultagen)

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